Heute ist die Wassertaufe, das älteste Fest in der christlichen Welt. Es markiert das Ende des Weihnachtszyklus und den Beginn des Karnevals. Diese symbolische Dualität wird von Shakespeare in Water Cross, or What You Wanted weitergeführt. Es ist seine letzte freie Komödie, er hat nicht versucht, etwas Neues zu erfinden, er hat die Geschichte entlang bewährter Wendungen gewoben, Liebe und Torheit wechseln sich in dem Stück ab.

Eines ist bei Shakespeare sicher. Er kannte die menschliche Natur sehr gut, unsere Fehlbarkeit, unsere Freuden, unsere Sorgen. Seine reiche Sprache zeigt die Seele punktgenau und hält jedem Menschen einen Spiegel vor. Aber er tut dies mit Liebe und oft auch mit Humor, seine Tragödien sind nicht ohne menschliche Momente, und das Essen, die Nahrung, als überlebenswichtiger Gegenstand und Lebensgenuss, kommt in fast allen seinen Werken vor.

Die Gastronomie der Tudors war viel reichhaltiger, als wir heute glauben. Es wurden viele Getreidesorten wie Roggen, Hafer und Gerste verwendet, was den Menschen eine viel größere Geschmacksvielfalt bot. Auch Gemüse und Obst wurden gegessen, allerdings nur gekocht oder gebacken, denn rohes Gemüse galt damals als krankmachend.

Der vielleicht größte Unterschied zu unserer heutigen Ernährung ist die Würzung. In den Tagen der Barden wurden Aromen viel freizügiger verwendet, Zimt und Huhn zum Beispiel waren perfekt aufeinander abgestimmt, und in einem Kanincheneintopf konnte man leicht schwarzen Pfeffer, Honig und Nelken finden. Es ist ein Irrglaube, dass all dies nur dazu diente, den Geschmack von Speisen zu überdecken, die möglicherweise schief gelaufen waren - ein Trend, der sich eher mit dem Eindringen orientalischer Aromen entwickelte.

„Glaubt ihr, dass es wegen eurer strengen Moral keine Torten und Predigten mehr auf der Welt gibt?”, ruft Tóbiás Böffen im zweiten Akt der Taufe des Täufers aus. Die ungarische Übersetzung von József Lévay ist hier gastronomisch irreführend, denn im englischen Original steht das Wort „cake”, und britische Wissenschaftler schwören, dass Shakespeare an dieser Stelle den Shrewsberry oder Shrewsbury-Kuchen meinte, der nach der Stadt Shropshire benannt ist. Er bestand aus etwas, das eher wie Kekse aussah, aus Zucker, Mehl, Eiern und Butter und wurde mit Zitronenschale oder Rosenwasser aromatisiert. Das Originalrezept wird in den Geschäften nicht mehr hergestellt, und Shakespeare erkennt den Shrewsbury-Kuchen, den wir heute in den Verpackungen sehen, vielleicht gar nicht wieder. Aber er ist immer noch köstlich...

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