In den meisten europäischen Ländern findet das Heiligabendessen am Heiligen Abend statt, und am Vorabend der Geburt Christi wird traditionell fleischlos gegessen. Obwohl diese Art der Enthaltsamkeit von der katholischen Kirche nicht mehr erwartet wird, essen manche Menschen an diesem Tag nur Fisch. An Weihnachten geht es aber auch darum, den Grundstein für den Reichtum des kommenden Jahres zu legen.

Der Volksmund sagt, dass man durch den Verzehr von Fisch, ebenso wie durch den Verzehr von Kohl, ein wenig reicher wird, da die Schuppen die Münzen symbolisieren, die im kommenden Jahr rollen werden, aber auch die zu erwartenden guten Ernten. Um es kurz zu machen: Aus ähnlichen Gründen tun wir viel Mohn in unsere Frühlingsrollen, und aus demselben Grund essen wir an Silvester Linsen. Es lohnt sich auch, Fisch zu essen, denn die schnelle Bewegung des Tieres hilft demjenigen, der ihn isst, im neuen Jahr weiterzukommen.
Seit Jahrhunderten gehört zum christlichen Weihnachtsfest das Fasten, das bis Mitternacht am 24. Dezember dauert. Nur Gemüse, Obst und Nudeln waren erlaubt. Die Wohlhabenden sollen dies umgangen haben, indem sie Fisch und Froschkamm wurden ebenfalls auf den Festtagstisch gestellt, da sie nicht als Fleischgerichte galten. Die Tradition geht darauf zurück, dass Jesus die Apostel an den Ufern des Sees Genezareth zu Fischern machte. Der Fisch wurde dann neben dem Kreuz zum wichtigsten Symbol des bekehrten und getauften Menschen. Interessanterweise gibt es den Brauch, zu Weihnachten Fisch zu essen, in Ungarn erst seit etwa 150 Jahren, und zwar dank der Deutschen und Österreicher. Der gebratene Fisch ist ein Gericht, das aus Wien übernommen wurde, und Karpfen ist jetzt zu dieser Jahreszeit fast unumgänglich Fischsaft.

Obwohl Fisch lecker und gesund ist, kommt er in den meisten ungarischen Familien fast nur zu Weihnachten auf den Tisch. Dabei könnte dieses Fleisch eine wichtige Rolle in der Ernährung spielen. Es ist eine wichtige Quelle von Vitaminen und Mineralien, ein vollständiges und leicht verdauliches Eiweiß. Fisch sollte zwei- bis dreimal pro Woche verzehrt werden, vor allem fette und halbfette Fische, da sie reich an Omega-3-Fettsäuren sind, die für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unerlässlich sind. Karpfen sind zu Weihnachten am beliebtesten und machen drei Viertel des Gesamtverbrauchs aus. Zunehmend beliebt Graufisch, a Barsch und die Forelle, Viele Menschen kaufen zu dieser Zeit aber auch marine Sorten.
In diesem Jahr ist Fisch wegen der gestiegenen Futtermittelpreise um 10-20 % teurer, aber die Händler sagen, dass der Fischverkauf immer noch höher ist als sonst. Obwohl die Statistiken einen Anstieg des inländischen Fischverbrauchs von 4,5 kg pro Kopf und Jahr auf 6,7 kg ausweisen, liegen wir immer noch weit unter dem EU-Durchschnitt von 20 kg. Der Grund für diese Zurückhaltung mag darin liegen, dass z. B. Fischsuppe nicht einfach zuzubereiten ist und die Familie vielleicht genug von gebratenem Karpfen hat. Aber es geht auch anders: Fisch kann gebraten, gegrillt, in Fell gewickelt oder sogar zu einer Paprikasauce verarbeitet werden. Nach einem köstlichen Welseintopf mit Hüttenkäsechoux lecken sich alle die Finger. Oder man wickelt ihn in Speck und schiebt ihn in den Ofen, um ihn zusammen mit dem Gemüse zu garen.
Die Fischer legten früher ihre Netze unter den Weihnachtstisch, um einen guten Fang im kommenden Jahr zu garantieren. Die Brotkrumen durften nicht zertreten werden und mussten bis zum Dreikönigstag an Ort und Stelle bleiben. Auch danach wurden sie nicht in den Müll geworfen, sondern am Fuße der Bäume verstreut, denn Weihnachtskrümel versprachen eine bessere Ernte. Und auch das Tischtuch selbst spielte eine Rolle: Vielerorts wurde es in der Hoffnung auf eine bessere Ernte ausgesät.









