Es ist kein Zufall, dass rund um den Martinstag überall im Land Gänsebraten und neuer Wein serviert werden. Am 11. November geht es nicht nur um leckeres Essen, sondern auch um eine uralte Tradition, mit der viele Bräuche und Geschichten verbunden sind. Wer war der Heilige Martin und wie wurde die Gans zum Symbol des Tages?
Wenn der Martinstag naht, ziehen nach Sonnenuntergang kleine und große Gruppen von Kindern mit leuchtenden Laternen in den Händen durch die Straßen. Als Kinder haben wir nicht verstanden, warum wir Laternen aus Kürbissen oder Einmachgläsern bastelten, aber wir freuten uns jedes Jahr darauf, mit ihnen durch das Dorf zu ziehen. Gestern Abend sahen wir mit einem Lächeln zu, wie eine Gruppe von Kindern in Begleitung ihrer Eltern durch das Viertel zog. Diese Tradition, die ursprünglich eher in schwäbischen Gegenden üblich war, ist als Martinsumzug bekannt, ein Fackelzug, der an den heiligen Martin erinnert, wobei das Licht die guten Taten des Martins symbolisiert.
Wer war der Heilige Martin und was hat die Gans mit ihm zu tun?
„Wenn Martin auf einem weißen Pferd kommt, wird es ein milder Winter, wenn er auf einem braunen Pferd kommt, wird es ein strenger Winter sein.” - so lautet das Sprichwort. Die Verehrung des heiligen Martin war bereits bei unseren erobernden Vorfahren populär, denn der heilige Martin selbst wurde 316/317 in Savaria (dem heutigen Szombathely) geboren. Der Kult wurde noch dadurch verstärkt, dass König St. Stephan das Bild des Kriegsherrn Martin auf seine Fahnen malte. Der Überlieferung zufolge erschien der Heilige Martin im Traum des Königs und eilte zur Verteidigung des Königs und des Landes. So wurde der Heilige Martin zu einem der Schutzpatrone des Landes.

Quelle:Amazing Hungary (https://csodalatosmagyarorszag.hu/hirek/itthon/marton-napi-es-gasztronomiai-programok-2024-novembereben/)
Martin diente zunächst als Söldner in der römischen Legion. Während seines Aufenthalts in Frankreich half er einem alten Bettler und gab ihm die Hälfte seines Gewandes. Der Legende nach ließ er sich daraufhin auf das Opfer Christi hin taufen, was ihn dazu veranlasste, die Legion zu verlassen und Gott bis zu seinem Tod als Priester zu dienen. Er zeichnete sich nicht nur in der Evangelisation aus, sondern hatte auch viele Heilungen zu verzeichnen. Aufgrund seines hervorragenden priesterlichen Dienstes wurde er zum Bischof von Tours gewählt, doch Martin wollte diesem Amt entgehen und versteckte sich in einem Gänsestall, doch das laute Schnattern der Gänse verriet ihn. Drei Tage nach seinem Tod, der auf den 11. November fiel, wurde er zur letzten Ruhe gebettet, was ihn zum Schutzpatron der Gänse und der Naturheilkundler machte.
Warum kommt die Gans am Martinstag auf den Tisch?
Die Tradition, am Martinstag Gänse zu essen und neuen Wein zu trinken, hat zwei Ursprünge. Die eine geht auf die Bischofsweihe Martins zurück, als Gänsebraten und Wein auf dem Festmenü standen. Die andere Quelle stammt aus der Römerzeit, als der 11. November den Beginn des Winterquartals markierte und der neue Wein verkostet wurde. An diesem Tag wurden Feste zu Ehren des römischen Gottes der Medizin gefeiert, und man opferte Gänse, die später gebraten wurden. Die Traditionen der Gänse und des neuen Weins sind hier miteinander verbunden. Die erste offizielle Erwähnung des Gänsefestes am Martinstag erfolgte jedoch erst im Jahr 1171. In der damaligen Volkstradition markierte der Martinstag das Ende des bäuerlichen Jahres, das Ende des Wirtschaftsjahres und den Beginn der Winterpause. Die Grundherren verteilten den Jahreslohn, zu dem es Gänsefleisch gab, das seit dem Sommer gemästet worden war. Es war auch der Tag, an dem die Bauern den neuen Wein des Jahres probierten und an dem die gefüllte Gans geschlachtet und gebraten wurde.

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Es ist eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und in der heutigen, schnelllebigen Welt eher in den Hintergrund gerät. Deshalb ist es für uns wichtig, diese Geschichten weiterzugeben und der Gänsekeule, die auf dem Teller landet, einen Sinn zu geben und ihre wahren Werte zu bewahren. Schon allein deshalb ist ein köstliches Gänseessen die perfekte Gelegenheit, um Familie und Freunde zusammenzubringen, natürlich bei einem Glas neuen Weins.
Zum Schluss möchten wir Ihnen noch ein schnelles und einfaches Rezept vorstellen, mit dem Sie ganz leicht ein perfektes Weihnachtsessen zubereiten können, um den Abend mit Familie und Freunden zu verbringen.
Konfierte Gänsekeulen mit geschmortem Apfel- und Rotkohl, Zwiebel und Zucchini
(für 6 Personen)
Zutaten:
- 6 Stück Gänsekeule sous vide
- 1 kg gedünstetes Kraut mit Äpfeln
- 1,5 kg Kartoffelkugeln
- 2 große Zwiebelköpfe
- 15 dkg Gänsefett
- Salz und gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- 0,5 ec gemahlener roter Paprika
Zubereiten einer Gänsekeule:
- Zubereitung: Die Gänsekeulen in ihrem eigenen Beutel 15 Minuten lang in 40°C heißes Wasser legen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 220-240°C vorheizen, je nach Ofen.
- Garen: Sobald die Schenkel durchgebraten sind, aus dem Beutel nehmen. Die Haut mit einem Papiertuch trocken tupfen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, in den vorgeheizten Ofen schieben und 12-18 Minuten backen, bis die Haut goldbraun ist.
Vorbereitung des Kohls:
- Erhitzen Sie den tiefgefrorenen gedünsteten Kohl in einem großen Topf, er ist in etwa 10 Minuten fertig.
Zubereitung von Kartoffelpüree mit Zwiebeln:
- Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne goldbraun anbraten.
- Vom Herd nehmen und mit rotem Pfeffer und Paprika würzen.
- Mit den Kartoffelbällchen ist nicht viel zu tun, denn sie sind bereits geschält und gekocht. Man muss sie nur unter fließendem Wasser waschen und zu den fetten Zwiebeln geben. Erhitzen und braten Sie sie im Zwiebelfett und zerdrücken Sie sie anschließend.
- Mit Salz abschmecken und servierfertig machen.
TIPP: Fügen Sie etwas Gänseschmalz hinzu, damit Ihr Kartoffelpüree noch saftiger wird.
Zum Servieren empfehlen wir, das Kartoffelpüree mit etwas fein gehacktem Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln zu bestreuen. Zu dem Essen empfehlen wir einen schönen Pinot Noir.
Guten Appetit für Ihren Martinsgans-Schmaus!



















